Von wegen Streik

Heute wäre die letzte Chance um Alice fristgerecht meine Kündigung mitzuteilen, aber während der letzten 2 Wochen sah es nicht so aus, als ob das noch hinhauen würde. Unzählige Anrufe bei den T-Com und Alice Hotlines brachten immer das gleiche Ergebnis: Alice weiß noch nichts von dem Portierungsauftrag, weil er noch bei der T-Com in Bearbeitung ist. Eigentlich muss die T-Com nur das Fax vom T-Punkt an Alice weiterleiten, und alles ist gut. Am Dienstag wurde es mir dann zu brenzlig, also beim Beschwerdenmanagement der T-Com angerufen und die ganze Story vorgetragen. Tatsächlich bekam ich dieses Mal auch einen Rückruf, aber mir wurde nur mitgeteilt, dass man momentan beim Carrier-Management niemand erreichen könne und die Anfrage per Mail weitergeleitet worden wäre. Am Mittwoch rief ich dann nochmals an, das gleiche Spiel.

Mittlerweile hatte ich in deren System also durch die normale Hotline 4 Fälle offen, von denen 2 eskaliert worden waren, natürlich ohne irgendeine Wirkung, und zusätzlich 2 Vorstandsbeschwerden vom Beschwerdenmanagement. Diese Vorstandsbeschwerden müssen innerhalb von 48 Stunden bearbeitet werden, weshalb ich heute mit dem Ablauf der 48 Stunden wieder dort anrief, um nachzuhören ob sich schon was getan hat.

Auch dieses Mal bat man mich um etwas Geduld und würde zurückrufen. Tatsächlich. Eine halbe Stunde später klingelte das Telefon und der Mitarbeiter teilte mir mit, dass er unglaublicherweise jemand beim Carrier-Management erreicht hätte, aber dass man dort bisher nichts unternommen hätte, weil der Auftrag fehlt. Hallo? Was sind das denn für Faxe von mir, von denen die Hotliner immer gesprochen haben? Da kam der Streik wohl grade richtig, um die eigene Faulheit zu vertuschen. Er versicherte mir jedoch, dass er meinen Auftrag weiterleiten und ausserdem noch persönlich zu Alice faxen würde.

Der Double-Check bei der T-Com Hotline grade eben brachte wenigstens einen Hauch von Zuversicht zurück, anscheinend ist das Fax an Alice mittlerweile rausgegangen, und ab dem Moment, in dem Alice der Portierung der Nummer zustimmt sollte ich auch voll im T-Com System auftauchen – nicht erst mit dem Zeitpunkt der tatsächlich Rückgabe der Leitung. Was die allgemeinen Abläufe angeht scheinen sämtliche Mitarbeiter beider Hotline sowieso ein sehr heterogenes Bild zu haben, von beiden Seiten hörte ich mehrfach so Sachen wie dass ich für eine Portierung erst bei Alice kündigen müsse, und nicht dass die T-Com meine Kündigung aufgrund der Portierung beauftragt.

Ich gehe mal davon aus, dass ich in den nächsten paar Tagen noch einen Haufen weiterer Telefonate führen muss, bis ich zumindest die Gewissheit habe, dass die Kündigung bei Alice auch durch ist. Und dann geht der Spass erst richtig los, der T-Com Anschluss muss auch wirklich bekommen, der T-Home Anschluss muss auch wirklich bekommen, die Hardware muss auch wirklich bekommen…

Weder Freund noch Helfer

Jeder Mensch, der bis jetzt bei mir schon einmal übernachtet hat, kennt das Problem mit Frank. Frank ist mein Nachbar, uns trennt nur eine anscheinend viel zu dünne Wand. Wenn man dem Lärm von drüben Glauben schenkt dann steigt jeden Tag bei Frank eine Party, normalerweise aber nicht vor 23:00 Uhr, aber dafür bis ins Morgengrauen. Es gab genug Tage, an denen wir morgens aus einem Club zurück nach Hause kamen, und auf dem Bürgersteig begrüßte uns schon Modern Talking oder x-beliebiger Gabber. Auch an normalen Wochentagen.

Meistens habe ich es einfach hingenommen und versucht zu schlafen, aber in letzter Zeit, vor allem wenn Norman hier gepennt hat, ging es also erstmal zu Frank um dort zu klingeln und ihn nach dem Verstand zu fragen zu bitten, dass er die Musik leiser macht. In der Hälfte der Fälle reichte das auch, aber es gab auch genug Tage an denen man noch ein zweites oder drittes Mal ran musste.

Aber heute hatte ich die Schnauze voll. Es war mittlerweile 01:45 Uhr und drüben wurde wohl grade die neue Terrordome rezensiert. Also das mittlerweile übliche Spiel, vorne an die Haustür und da Sturm klingeln, dann wieder in die Wohnung und überprüfen ob es was gebracht hat. Hatte es nicht. Wieder zur Tür, wieder klingeln, wieder nachhorchen. Das ganze noch ein paar Mal.

Und dann hab ich die Polizei angerufen. Es dauerte zwar fast eine halbe Stunde, bis die hier eintrafen, aber auf Frank ist ja selbst um halb 3 Uhr morgens noch Verlaß! Draussen auf der Strasse schon fragte ich, ob sie jetzt wüssten worum es geht, und das wurde nicht verneint. Dann wollte sie in meine Wohnung, um sich ein Bild vom Ausmaß der Ruhestörung zu machen. Frank war immernoch guter Dinge, auch im Gespräch konnte man die “Musik” von drüben hören. Aber mal für Ruhe sorgen wollten sie nicht.

Das wäre keine Ruhestörung oder Lärmbelästigung, das wäre noch Zimmerlautstärke, und damit müsse ich leben. Auf meine Frage, ab wann es denn Ruhestörung wäre, hieß es nur dass das subjektiv wäre. Aha. Für mich ist das definitiv Ruhestörung. Und jetzt? Nöööhööö. Die Polizei wäre ja auch eine Staatsgewalt, und da müsse man sich an Gesetze halten. Da könne man nicht einfach so rübergehen und sagen, dass das zu laut wäre, wenn das ja garnicht zu laut ist. Und wer ist dann die Messlatte für “subjektiv”? Heisst “Zimmerlautstärke” nicht, dass man die Musik in einem anderen Zimmer nicht mehr hören können sollte? Nein, sie blieben stur, ich könne es ja mal beim Umweltamt versuchen.

Liebe Polizisten, geht’s noch? Ihr steht hier direkt in meiner Wohnung, ihr hört beide die Musik von nebenan, es ist halb 3 Uhr morgens, und ihr kommt mir mit “trotzdem subjektiv nicht zu laut”? Knallt ihr euch in den Dienstpausen gegenseitig eure Dienstwaffen um die Ohren und zielt leider daneben? Damit erklärte ich die Sache dann meinerseits für erledigt und wünschte nur und ausschließlich aus reiner Höflichkeit einen Schönen Abend, bevor ich sie zur Tür geleitete.

Argh. So langsam verstehe ich, warum die am 1. Mai immer was auf den Deckel bekommen. Nur warum das nur am 1. Mai passiert, das verstehe ich nicht.

Also bleibt nur noch ein Ausweg, und der heisst Selbstjustiz. Leider scheint Frank aber seine Klingel abgeklemmt zu haben. Draussen an der Haustür hört man zwar was, aber wenn man direkt an seiner Wohnung klingelt bleibt es drinnen stumm … bis auf die Musik. Also MagLite geschnappt, die mit den 6 D-Zellen, und raus auf die Strasse an sein Fenster. Jetzt lies sich die Musikrichtung auch klar erkennen, Schlager. Das Anklopfen an sein Fenster war hart an der Grenze zur mutwilligen Zerstörung, aber sobald ich ihm dann mit dem Flak-Schweinwerfer von Taschenlampe die Wohnung auf 12:00-Uhr-Mittags Niveau erhellt hatte kam er auch schon ans Fenster. Den Reflex zum Ausholen und Zuschlagen konnte ich mir grade noch so verkneifen, genauso wie die Tatsache, dass die Polizei schon längst dagewesen war, aber ich drohte ihm damit eben diese zu rufen, wenn er nicht sofort seine Musik leiser machen würde. Hat er dann auch getan. Zumindest für heute Nacht.

Die Polizei, dein Freund und Helfer? Lügner.

Im Dienst der Wissenschaft (3)

Was stand da auf der Flasche, nach 3 bis 5 Tagen würde man sehen? Mittwoch morgen, also ungefähr 1 ½ Tage nach der ersten Anwendung, war das Ergebnis doch schon ziemlich sichtbar. Auf meiner rechten Hand zog sich schräg über den Handrücken eine klare Grenze, als ob ich mit der Hand in der Hosentasche in voller Sonne eingepennt wäre, und am Haaransatz konnte man auch einen leichten Kranz entdecken. Die letzten beiden Tage bin ich leider nicht dazu gekommen mich wieder einzuschmieren, aber die nächste komplette Salbung muss auch mindestens bis morgen warten, denn heute werde ich erstmal schauen, dass die nicht so vorteilhaft davongekommenen Stellen auf den gleich Level kommen.

Ansonsten bin ich schwer begeistert, vor allem an meinen vorher schon sonnen-gewöhnten Armen sieht das Braun wirklich anständig aus!